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13.03.2015

 

Fritz-Lampert-Habilitationsstipendiat der TRANSAID-Stiftung

Der diesjährige Fritz-Lampert-Habilitationsstipendiat der TRANSAID-Stiftung für krebskranke Kinder (Koblenz) steht fest: Dr. med. Florian Babor von der Klinik für Kinderonkologie, -Hämatologie und Klin. Immunologie der Universitätsklinik Düsseldorf erhält ein Jahr lang eine finanzielle Unterstützung seiner wissenschaftlichen Arbeit.

Neben seiner klinischen Tätigkeit als Kinderarzt in der von Prof. Dr. A. Borkhardt geleiteten Kinderonkologie Düsseldorf widmet sich Herr Dr. Babor der Erforschung der Rolle von Natürlichen Killer- (NK-) Zellen bei der Entstehung und Bekämpfung akuter Leukämien im Kindesalter. NK-Zellen, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, sind vor allem als „erste Abwehrreihe“ gegen Virusinfektionen und Tumoren von großer Bedeutung. Hierfür scheinen spezielle Oberflächenrezeptoren auf den NK-Zellen verantwortlich zu sein, die wiederum mit Oberflächenstrukturen gesunder und bösartiger Zellen interagieren und so dazu beitragen, dass eine entartete Zelle eliminiert oder eine gesunde Zelle verschont wird.

Abgesehen vom Gebiet der Knochenmarkstransplantation ist die Funktion der NK-Zellen bei onkologischen Patienten jedoch nur wenig erforscht. Umso bemerkenswerter sind die bisherigen Forschungsergebnisse des Stipendiaten: Im Rahmen einer Studie an mehreren hundert Kindern mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL), die in der hochrangigen medizinischen Fachzeitschrift Blood publiziert wurde, identifizierte Dr. Babor eine Variante der Humanen Leukozyten-Antigen- (HLA-) kodierten Liganden, den passenden Gegenstücken der NK-Zellrezeptoren, als unabhängigen Risikofaktor für die Entstehung einer ALL bei Kindern. Dr. Babor konnte durch seine Arbeit nicht nur belegen, dass Träger dieser HLA-Variante häufiger an einer ALL erkranken, sondern auch, dass diese Patienten signifikant häufiger dazu tendieren, Jahre nach Ende der langwierigen Leukämietherapie einen Rückfall der Erkrankung zu erleiden. Diese Ergebnisse tragen nun dazu bei, das individuelle Risiko von ALL-Patienten besser abschätzen zu können und die Notwendigkeit einer intensiveren Therapie in Betracht zu ziehen.

Derzeit arbeitet Dr. Babor an Optionen, wie man NK-Zellen im Kampf gegen die Leukämie weiter unterstützen kann, und sein Anliegen ist es, u.a. mittels moderner Antikörpertherapien die Heilungsaussichten von Leukämiepatienten weiter verbessern zu können.

Wir freuen uns, Herrn Dr. Babor mit dem Habilitationsstipendium der TRANSAID- Stiftung bei der Erforschung dieser sehr interessanten und für die Patienten äußerst wichtigen Fragestellung zu unterstützen und hoffen dadurch, die Krebsforschung weiter voranzutreiben.